Kein Werben fürs Sterben

Wormser Bündnis fordert: Bundeswehr von Ausbildungsmesse ausladen!

Gemeinsame Pressemitteilung vom 23.08.2010

Als zentrale Berufsinformationsveranstaltung in Worms findet am 17. und 18. September die Ausbildungsmesse im Bildungszentrum statt, die jedes Jahr Kindern und Jugendlichen berufliche Perspektiven aufzeigen soll. Diese Plattform möchten auch in diesem Jahr Soldaten der Bundeswehr nutzen, um neue Rekrutinnen und Rekruten für eine militärische Karriere zu gewinnen. Das eigens hierfür geschaffene „Zentrum für Nachwuchsgewinnung“ plant, mit einem aufsehenerregenden Infomobil an der Wormser Ausbildungsmesse teilzunehmen und für eine Ausbildung bei der Bundeswehr zu werben.

Hiergegen wehrt sich, im Anschluss an Proteste im Vorjahr, ein Bündnis Wormser Gruppen und Parteien. Das Kritische Kollektiv Worms, die linksjugend [`solid], die Grüne Jugend, die deutsche Friedensinitiative und die Stadtratsfraktionen der LINKE und Bündnis’90/Die Grünen verurteilen das einseitige „Werben fürs Sterben“ und wollen die Teilnahme der Bundeswehr in diesem Jahr verhindern. Judith Kissel vom Kritischen Kollektiv konkretisiert die Kritik: „Während deutsche Soldaten in Afghanistan Elend und Zerstörung anrichten, für den Tod hunderter Zivilisten verantwortlich sind und oft traumatisiert oder tot nach Deutschland zurückkehren, wird in den Werbebroschüren der Bundeswehr auf Technikbegeisterung gesetzt.“ Matthias Bihn von der Grünen Jugend ergänzt: „Diese Verharmlosung von Krieg und Elend ist untragbar! Die Bundeswehr hat auf der Wormser Ausbildungsmesse nichts verloren!“
Das Bündnis beruft sich dabei auch auf den Beutelsbacher Konsens der Landeszentrale für politische Bildung, der Mindestanforderungen an die politische Bildung von Schülern festsetzt. Dieser besagt ausdrücklich: „Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch kontrovers erscheinen. Wenn unterschiedliche Standpunkte unter den Tisch fallen, Optionen unterschlagen werden, Alternativen unerörtert bleiben, ist der Weg zur Indoktrination beschritten.“ Franz Lieffertz von der LINKE stellt hierzu fest: „Diesen Richtlinien wird durch die einseitigen und zynischen Rekrutierungsversuche der Bundeswehr auf der Wormser Ausbildungsmesse klar zuwider gehandelt.“

Die Wormser Gruppen werden nun auf unterschiedliche Weise aktiv werden: Am 28. August wird in der Wormser Innenstadt zum Thema „Bundeswehr an der Schule“ informiert und Wormser und Wormserinnen die Möglichkeit gegeben, sich am Protest zu beteiligen. Ferner werden die Fraktionen der LINKE im Stadtrat einen Antrag zur Ausladung der Bundeswehr einbringen. „Rücken die Bundeswehr und die IHK als Veranstalter von ihrem Vorhaben nicht ab, wird es am 17. und 18. September gemeinsam mit weiteren antimilitaristischen Gruppen und Friedensorganisationen zu einem massiven Protest vor dem Infomobil auf der Ausbildungsmesse kommen.“, kündigt Sebastian Thies von der linksjugend [´solid] an. Unterstützer können das Bündnis per Mail an bw-protest@kriko.org erreichen.


1 Antwort auf „Kein Werben fürs Sterben“


  1. 1 Franz lieffertz | Estellasenvy Pingback am 26. Januar 2012 um 17:59 Uhr
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