„Mal ordentlich auf den Tisch hauen“

Kunstaktion zwischen Ohnmacht und Selbstermächtigung

Pressemitteilung vom 11.03.2011

Am 19. März um 13 Uhr am Winzerbrunnen ist es mal wieder soweit: Inmitten der Fußgängerzone entsteht ein Raum für eine Performance zwischen Kunst und Politik. Passanten hetzen vorbei, manche bleiben verwundert stehen, betrachten die irritierende Szene.

Dahinter steckt das Kritische Kollektiv (IL), eine regionale Gruppierung, die schon unter ihrem früheren Namen Widerstandsgruppe Worms-Wonnegau (WWW) des öfteren für Aufsehen sorgte: Durch Vortragsabende und Demonstrationen, nicht zuletzt aber auch durch Polit- und Kunst-Aktionen. In Erinnerung dürfte einigen noch das Einhüllen des Neuhausener Kriegerdenkmals in rosafarbenen Plüsch sein oder die öffentliche „Geldverbrennung“, die sich polarisierend mit der Macht des eigenen Geldbeutels auseinandersetzte. Auf der Ausbildungsmesse initiierte das Kollektiv ein symbolisches Dahinsterben vor dem Infomobil der Bundeswehr.

„Am Samstag geht es uns um Situationen von Ohnmacht und verschiedenen Möglichkeiten der Selbstermächtigung“, erläutert Aktivist Elmar H. die Aktion. „Das kann genauso der Verlust des Arbeitsplatzes sein, wie ein ablehnender Bescheid vom Amt oder die Enttäuschung nach der nächsten Wahl.“ Bernd Oliver Sünderhauf ergänzt: „Wir werden mal ordentlich auf den Tisch hauen! Ob die Machtstruktur damit überwunden wird, wieviel Selbstermächtigung darin steckt, sollen die Zuschauer selbst entscheiden.“ Man wolle lieber Menschen zum eigenen Nachdenken anregen anstatt eine moralisierende Botschaft vorzugeben.