Game over für Nazis

Im vergangenen Jahr wurde der Kreisverband Worms der NPD gegründet. Kurze Zeit später ereignete sich ein Brandanschlag auf die Synagoge in Worms. Diese zwei Anlässe haben sich Grüne Jugend, Linksjugend [‘Solid] und Jusos Worms zum Anlass genommen für eine Veranstaltungsreihe gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Das Kritische Kollektiv (IL) unterstützt die Veranstaltungsreihe mit einem Vortrag über „Rechte Musik“. Zu den Terminen im Einzelnen:

18.03. – Konzert im Haus der Jugend
19 Uhr, Haus der Jugend Würdtweinstraße 11
In Zusammenarbeit mit dem Haus der Jugend veranstalten wir für euch ein Konzert mit drei Wormser Bands. Es werden spielen: Daddy-Wild, The Promise und Stereoswitch. Das Konzert findet am Freitag, den 18.03.2011 statt, Einlass ist ab 19:00 Uhr. Eingeladen sind alle Jugendlichen und junge Erwachsene, der Eintritt kostet 4,- €. Zur Vermeidung von Alkoholmissbrauch gibt es beim Einlass Alterskontrollen (Personalausweis mitnehmen).

20.03. – Filmvorführung „Leroy“
15 Uhr, Café Affenhaus Judengasse 17
Leroy ist 17 Jahre, deutsch – und schwarz. Auf dem Kopf hat er einen großen Afro. Als sich ausgerechnet die süße Eva auf dem Schulhof in ihn verguckt, ist niemand überraschter und beglückter als Leroy selbst. Doch das erste Verliebtsein entpuppt sich als ganz schön kompliziert. Evas Familie ist so rechts, dass sie selbst ihre Wellensittiche nach Hitlers Generälen benannt hat.

07.04. – Vortrag „Zwischen Störkraft und den Onkelz?“ – Rechte Musik in Deutschland,
19 Uhr, Kanal 70 Hochheimer Straße 4a
Dass rechte Gruppierungen Musik als Mittel zur Rekrutierung Jugendlicher offenbar als unbedingt notwendig verstehen, lässt sich sowohl an den jährlich wiederkehrenden entsprechenden Einschätzungen der deutschen Verfassungsschutzberichte als auch an den von der NPD und sogenannten‚ Freien Kameradschaften’ seit 2004 in mehreren Auflagen verteilten „Schulhof“-CDs ablesen. Das musikalische Spektrum beschränkt sich dabei allerdings weder auf ein eher diffuses Hardrock-Genre „zwischen Störkraft und den [Böhsen] Onkelz“ noch – hartnäckigen Klischees zum Trotz – auf Ska oder Oi. Ausgehend von diesen Beobachtungen soll es in diesem Vortrag in erster Linie um folgende Fragestellungen gehen: Ob und wie werden ‚rechte’ Inhalte in (welche) Musik gesetzt? Kann Musik überhaupt die Ausbildung rechter Ideologien bewirken? Inwieweit dient Musik tatsächlich zur Konstruktion ‚rechter’ Kulturen? Lässt sich das Spektrum an Genres rechter Musik genauer bestimmen? Hat die rechte Musikszene eine eigene Geschichte oder steht sie in bestimmten Traditionen?
Referent: Dr. Thorsten Hindrichs, Dozent am Musikwissenschaftlichen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

13.04. – Filmvorführung „Blue Eyed“
19 Uhr, Funzel Güterhallenstraße 53
Eine Dokumentation über Jane Elliott, ehemalige Lehrerin aus Iowa (USA) und ihren Workshop, in dem sie die Menschen in BLAUÄUGIGE und BRAUNÄUGIGE aufteilt und Bläuäugigen schlechte, Braunäugigen jedoch gute Eigenschaften zuschreibt und somit Diskriminierung und Ausgrenzung anhand beliebiger Merkmale von Personen veranschaulicht.

27.04. – Vortrag „Rückwege“
19 Uhr, Dreifaltigkeitshaus Adenauerring 3
Nazis im Parlament, im Fußball, in Subkulturen und im Netz, Mitarbeiter von Rückwege geben einen Einblick in folgende Themen: Das Projekt Rückwege – Auf der Schwelle zum Rechtsextremismus?, Regionale Entwicklungen der Naziszene, Strategien der NPD und JN, Rechtsextremismus in der Ultra- und Hooliganszene, Infiltration von Jugendsubkulturen, Erkennungsmerkmale und Rechtsextremismus im Internet.

08.05. – Workshop NDC
13 Uhr, Gewerkschaftshaus Siegfriedstraße 22
Den Schwerpunkt des Workshops bildet eine inhaltliche Auseinandersetzung mit rechter Ideologie. Praktische Übungen klären weiterhin über rechte Symbole, Codes und Musik auf. Im Anschluss geht es um das aktive Einüben von praktischen Handlungsoptionen für Situationen, die ein couragiertes Handeln erfordern. Ergänzt wird dieser Part durch praktische Tipps zum erfolgreichen Argumentieren und durch Hintergrundinformationen zu rechtlichen Grundlagen. Der letzte Teil des Workshops zeigt Möglichkeiten der Unterstützung in der Arbeit gegen Rechts bzw. für den Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen auf. Anmeldung nötig, Plätze sind begrenzt. Personenanzahl mit Namen schicken an: gameover2011@gmx.de