Kunst in Zeiten des Wahlkampfes

AktivistInnen regen mit Performance zu Selbstermächtigung an

Pressebericht vom 21.03.2011

Einiges geboten wurde denjenigen, die letzten Samstag durch die Wormser Fußgängerzone schlenderten: Eine Woche vor den Landtagswahlen versuchten zahlreiche Parteien, noch unentschlossene WählerInnen von einer Stimmabgabe in ihrem Sinne zu überzeugen.

In gänzlich anderer Mission waren die AktivistInnen des Kritischen Kollektivs (IL) unterwegs. Mit ihrer politischen Performance regten diese dazu an, dem Unmut über die politischen Zustände Luft zu verschaffen und „mal richtig auf den Tisch zu hauen!“ So stellten die AktivistInnen in ihren Redebeiträgen ihre persönlichen „Aufreger“ vor, bevor sie sich entweder an der eigens bereitgestellten Biertischgarnitur abreagierten oder mittels einer Sprechblase in öffentlichem Protest die Stimme erhoben.

Thematisiert wurde dabei auch der plötzliche Umschwung der Bundesregierung in Sachen Atomenergie: „Das Moratorium stinkt ganz gewaltig nach Wahlmanipulation!“, polterte die 23jährige Aktivistin Saskia D. und forderte auf ihrem Plakat, die Atomkraftwerke dauerhaft abzuschalten. Aber auch Themen wie die Asylpolitik Europas, alltäglicher Rassismus oder die Bildungspolitik kamen zur Sprache.

Angeregt durch das „offene Mikrophon“ nahm sich auch eine Passantin, Mutter dreier Kinder, ein Herz, empörte sich über die plötzlichen Preissteigerungen zur Urlaubszeit, die es ihr unmöglich machen, mit ihrer Familie in Urlaub zu fahren und schlug daraufhin „mal richtig auf den Tisch.“

„Uns geht es nicht alleine darum, Menschen dazu zu ermutigen, aktiv zu werden“ erklärt Aktivist Elmar H. den Hintergrund der Aktion. Man wolle auch eine Auseinandersetzung mit der Frage anregen, welche Handlung im konkreten Fall etwas bewirke und Spielraum für Veränderung schaffe.