IHK verweigert Auskunft über Bundeswehr-Teilnahme an Berufsinformationsmesse

Jedes Jahr im September veranstaltet die „Industrie- und Handelskammer Rheinhessen“ eine Berufsinformationsmesse an der Karl-Hofmann-Schule Worms, diesmal am 9. und 10. September. Nach den massiven Protesten gegen die Bundeswehr in den letzten Jahren, sollte deren Teilnahme nun offenbar verheimlicht werden. So erschien die Berufsinformationsmesse erstmalig nicht in der offiziellen Auflistung der Bundeswehr-Werbetermine, die auf Anfrage von MdB Jelpke jährlich veröffentlicht wird.

Der Skandal liegt aber auch bei der IHK Rheinhessen. Diese erklärte auf Anfrage des „Kritischen Kollektivs (IL)“, man habe sich im Kreise der Geschäftsführung darauf verständigt, keine Auskunft zu erteilen. Das „Kritische Kollektiv (IL)“ verurteilt diese undemokratische Politik der Geheimhaltung scharf. „Wir haben die Lunte gerochen“ erklärt Aktivist Florian E.. Gemeinsam mit dem „Bündnis gegen Militarisierung Worms“ werde man auch dieses Jahr wieder auf der Berufsinformationsmesse präsent sein, um die Seiten der Bundeswehr zu zeigen, die sie gerne verschweigen würde. Protestauftakt ist mit der Eröffnung der Berufsinformationsmesse am Freitag, dem 9. September um 13 Uhr.

Das „Bündnis gegen Militarisierung Worms“ ist ein Zusammenschluss von Parteien, Jugendverbänden und zivilgesellschaftlichen Initiativen. Unter dem Motto „Kein Werben fürs Sterben“ kritisierte dieses bereits in den letzten Jahren die einseitige Darstellung der Bundeswehr, die mit Technikbegeisterung und Action wirbt, die Realität des Krieges und fragwürdigen Gründe ihrer Einsätze jedoch verschweigt. So werden weder die verheerenden Folgen der Kriegseinsätze für die Zivilbevölkerung, noch die Traumatisierungen der eigenen Soldaten angesprochen. Indem das Angebot auf SchülerInnen und Jugendliche abzielt, verstößt die IHK Rheinhessen zugleich gegen den sog. Beutelsbacher Konsens, eine solche Indoktrination verbietet und die Darstellung der politischen Gegenposition zur Bedingung macht. Elmar H., Aktivist im „Kritischen Kollektiv (IL)“: „Diese demokratischen Grundregeln können aber nicht gewährleistet werden, wenn Bundeswehr und IHK der Öffentlichkeit Informationen verschweigen.“