extremer Alltag – extrem Alltäglich

22.04.2013: Heimattreue Patrioten und das „Land der Vollidioten“ (Thorsten Hindrichs, Musikwissen-schaftler)
06.05.2013: Themen der Mitte, Themen der Rechten (Crithink.e.V.)
27.05.2013: Moderne Extremismus-doktrin (Rene Schneider, Aktivist)
20.06.2013: Rechts blind, links doof? (Michael Csaszkóczy, Lehrer)

[Flyer der Veranstaltungsreihe]

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Mo, 22.04.2013 / 18:00 Uhr: Heimattreue Patrioten und das „Land der Vollidioten“ (Thorsten Hindrichs, Musikwissenschaftler)

Mit der Rücknahme der Nominierung der Band Frei.Wild vom ECHO 2013 hat die sogenannte „Frei.Wild-Debatte“ einen bemerkenswerten vorläufigen Höhepunkt erreicht. Doch ist Frei.Wild beileibe nicht die einzige deutschsprachige Band, die mit mehr oder weniger „rechtsoffenen“ Sujets – getreu dem Motto „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ – arbeitet. Vielmehr reicht das Spektrum von Bands, die in der Wahl ihrer Themen sprichwörtlich „dem Volk aufs Maul schauen“ von eindeutig rechtsradikalen Szenen über die sogenannte ‚Grauzone‘ bis hin zur vielzitierten ‚Mitte der Gesellschaft‘, so dass sich die Frage stellt, ob sich mit den jüngeren Entwicklungen des „Deutschrocks“ nicht eine ‚neue deutsche Volksmusik‘ herauszubilden beginnt. Wie eine solche ‚neue deutsche Volkmusik‘ aussehen könnte (und vielleicht auch schon aussieht), soll an ausgewählten Beispielen diskutiert werden.

Kanal 70, Hochheimerstraße 4a, Worms, Eintritt frei
06.05.2013/ 18:00 Uhr: Themen der Mitte, Themen der Rechten (Crithink.e.V.)

Vorgestellt werden die Kernbereiche des politischen Programms der NPD, der aktuell „erfolgreichsten“ Vertreterin des deutschen Neonazismus. Dazu gehören völkische Ideologie, Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus und Verherrlichung des Nationalsozialismus. Anhand konkreter Beispiele aus der Region werden jeweils sechs Ideologiefragmente aus dem Programm der NPD dargelegt und analysiert. Durch diese fundierte Auseinandersetzung mit der Ideologie werden die TeilnehmerInnen in die Lage versetzt, die nazistischen Kernaussagen schneller zu durchschauen. Wer die Inhalte und ihren Kern erkennt, hat die besseren Argumente in der Diskussion.

Geschäftsstelle Bündnis90 die Grünen – Friedrich-Ebert-Straße 20 / Worms
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27.05.2013/ 18:00 Uhr: Moderne Extremismusdoktrin (Rene Schneider, Aktivist)

Der Verfassungsschutz ist stets darum bemüht, mutmaßliche Feinde der freiheitlich demokratischen Grundordnung (fdGO) in die Schubladen des „Linksextremismus“ und „Rechtsextremismus“ zu stecken. Hierbei entstehen zahlreiche Konflikte. Zunächst sind im schwammigen Begriff des „Extremisten“ die Protagonisten und Themen des rechten Randes nicht konkret zu beschreiben. Doch wir müssen Neofaschisten, Islamophobe, Ultranationalisten usw. beim Namen nennen können um sie effektiv zu bekämpfen. Gleichzeitig birgt die moderne Extremismusdoktrin den Versuch, aus der sogenannten „Mitte der Gesellschaft“ gegen die fdGO selbst vorzugehen.

Gewerkschaftshaus Worms – Siegfriedstraße 22 / Worms
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20.06.2013 / 18:00 Uhr: Rechts blind, links doof? (Michael Csaszkóczy, Lehrer)

Systematisch ignoriert der Verfassungsschutz jahrelang den Rechtsterrorismus von NSU und kurz vor Prozessbeginn werden die betreffenden Akten zufällig geschreddert. Dass der Geheimdienst dagegen bei der Verfolgung von linkspolitisch Aktiven alle Register zieht, macht der Fall Michael Csaszkóczy deutlich. So bekam der Lehrer Csaszkóczy 2004 aufgrund seines Engagements in der antifaschistischen Initiative Heidelberg ein Berufsverbot erteilt. Als er dagegen klagte, wurde das Verbot 2007 aufgehoben. Dennoch beobachtet ihn der Verfassungschutz seitdem weiterhin, trotz gerichtlichem Freispruch. Michail Csaszkóczy
wird von seinen Erfahrungen, dem Prozess gegen die Behörden und den Geheimdienst erzählen, sowie von der Solidarität, die er erfahren hat.

Geschäftsstelle Bündnis90 die Grünen – Friedrich-Ebert-Straße 20 / Worms
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„Ausgeschlossen von der Veranstaltung sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind. Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und diesen Personen den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser zu verweisen.“