In eigener Sache

Zur Berichterstattung über die IL Rhein-Neckar in Zusammenhang mit der Demonstration „Mannheim sagt JA!“ am 17. Januar:

Aufgrund einer, nennen wir es „kritischen Begleitung“ der Demonstration „Mannheim sagt JA! Flüchtlinge Willkommen – Für Vielfalt statt Hass und Angst!“ am 17. Januar 2015 durch einen regionalen Blogger, – hierauf haben wir am 3. Januar 2015 bereits geantwortet – nehmen wir zur Zeit ein reges Interesse an unserer Gruppe wahr. Vor diesem Hintergrund möchten wir folgendes klarstellen:

Uns wurde vor Veröffentlichung der Artikel keine Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Hätte man uns gefragt, was wir für den 17. Januar geplant haben, dann hätten wir geantwortet: „Muffins verteilen!“ Als Zeichen der Solidarität mit den Asylsuchenden und zur leiblichen Unterstützung der Demonstrierenden werden wir bunte vegane Muffins backen und gegen eine freiwillige Spende abgeben. Die Spenden-Einnahmen kommen im vollen Umfang „Teachers on the road“ zugute. Der Initiative gelingt es mit Deutschkursen, Einzelfall- und Öffentlichkeitsarbeit, die Isolation zu überwinden, in der sich viele Asylsuchende aufgrund der deutschen Asylpolitik befinden.

Im Übrigen taugen wir weder als Feindbild, noch als Schreckgespenst: Wir sind seit Jahren in vielen regionalen Initiativen aktiv, etwa dem „Runden Tisch der Luthergemeinde Worms gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“, dem Aktionsbündnis „Mannheim gegen Rechts“ oder dem stadtpolitischen Bündnis „Wem gehört die Stadt?“. Wir unterstützen regelmäßig Veranstaltungen, Demonstrationen und Protestaktionen, wie zuletzt die Demonstration „Menschenrechte für Alle“ am 13. Dezember 2014. Wer möchte, kann uns bei den Veranstaltungen, die wir öffentlich ankündigen, kennenlernen oder bei unserer regelmäßigen „Volxküche“. Bei dieser bereiten wir jeden 3. Sonntag im Monat im ASV Mannheim veganes Essen zu. Der wohl überwiegende Teil der außerparlamentarisch politisch aktiven Menschen in Mannheim kennt uns auch persönlich. So haben wir Unterschriften gegen den unsinnigen Block 9 gesammelt, Großdemonstrationen zur Abschaltung des AKW Biblis mitorganisiert und unterstützen die Arbeit des Helfer- und Unterstützerkreises für Asylsuchende in Worms.

Es stimmt: Wir sind gegen die Zumutungen des kapitalistischen Normalbetriebs, gegen die Art und Weise wie Reichtum und Armut in unserer Gesellschaft produziert und verteilt werden, gegen die Gewaltverhältnisse, die der Kapitalismus täglich reproduziert und gegen die täglichen Mauertoten an den Europäischen Außengrenzen. Aber wir sind uns sicher, dass wir damit nicht alleine stehen. Was uns von vielen unterscheidet, ist, dass wir die gegenwärtigen Verhältnisse nicht für das Ende der Geschichte halten, sondern an ihnen grundsätzlich etwas ändern möchten. Der Kapitalismus genießt eben keinen Bestandsschutz, auch wenn das einzelne VS-Behörden je nach Regierungsbeteiligung anders sehen mögen. Anders als dargestellt, wollen wir nicht die Demokratie abschaffen, sondern sie durch Aufhebung wirtschaflicher Macht erst ermöglichen.

Die IL ist bekannt dafür, dass sie in den jeweiligen Bündnissen verlässlich und auf Augenhöhe agiert. Im Bündnis „Blockupy Europe“ macht sie dies u. a. mit Attac, Gewerkschaften, Jugend- und Studierendenverbänden, dem Netzwerk Friedenskooperative und der Partei „Die Linke“. Aktionen, wie die Blockade des bis dahin größten europäischen Nazi-Aufmarsches in Dresden, auf die in einem der Artikel Bezug genommen wurde, laufen stets unter einem klaren Aktionsbild und Aktionskonsens ab. Die im Bündnis beteiligten Gruppen sprechen darin gemeinsam ab, wie weit sie gehen wollen, können und müssen, z. B., wann eine Blockade aufgegeben wird, weil das Vorgehen der Polizei gegenüber den Demonstrierenden nicht mehr zu verantworten ist. Dabei ist stets klar, dass von unserer Seite, der Seite der Demonstrierenden, keine Eskalation ausgeht. Die IL setzt nicht auf Agitation und Unterwanderung sondern auf auf Solidarität und gegenseitigen Respekt.

Bei der Demonstration „Mannheim sagt Ja! Flüchtlinge willkommen – Für Vielfalt statt Hass und Angst!“ am 17. Januar 2015 hat sich die Frage eines solchen Aktionsbildes nie gestellt: Da wird gemeinsam und – selbstverständlich! – friedlich für Vielfalt und gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit demonstriert. Wer uns nicht gerade unsere leckeren bunten Muffins klaut, hat also nichts zu befürchten. :)