Beiträge von judith

Make Capitalism History – Redebeitrag für das Widerstandsfest Biblis

Liebe Gegner der Atomkraft, liebe Kritiker der kapitalistischen Globalisierung, liebe Teilnehmer des Widerstandsfestes,

es hat den Anschein, als hätten wir in Sachen Klimaschutz neue Freunde gefunden. Freunde, die wir auf unserem Weg für eine sozialere und nachhaltigere Welt bisher vermisst haben: So betonte der RWE-Vorstandsvorsitzende Jan Zilius nach der Ablehnung des Antrages auf Laufzeitverlängerung für Biblis A, den „unbestrittenen wichtigen Beitrag“, den die Atomenergie zum Klimaschutz leiste. Es sei falsch, diese aus rein ideologischen Gründen abzulehnen. Auch Michael Glos outete sich als Umweltschützer: Gabriel sei „die linke Anti-Kernkraft-Ideologie wichtiger als der Schutz des Weltklimas“, so der Wirtschaftsminister. „Mangelnden Realismus“ wirft Bundeskanzlerin Merkel den Ausstiegswilligen vor, da kein ausreichender Ersatz für die Atomenergie benannt werde und betont, persönlich ebenfalls für eine längere Nutzung der Atomkraft zu sein. Und so meint auch der Junge Union-Vorsitzende Philipp Mißfelder feststellen zu können, dass inzwischen jeder bemerkt habe, dass man mehr zur Bewahrung der Erde tun müsse und prophezeit, dass diese Erkenntnis zu einer „Renaissance der Atomenergie“ führen wird.

Ist es also eine ideologische Frage für den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie zu sein? Sollten wir nicht besser auf unsere neuen Freunde hören und zum Schutz des Weltklimas auf den Atomausstieg verzichten? (mehr…)

Übers Wetter reden, aber anders – Kapitalismuskritik und Klimawandel

Lange Zeit ein Randthema, sind Energie- und Klimapolitik in der Öffentlichkeit so präsent wie seit rund 20 Jahren nicht mehr. Die durch Klimawandel verursachten ökologischen und sozialen Veränderungen und ihre verheerenden Folgen werden immer deutlicher sichtbar. Die Gefährdung der Reproduktionsgrundlagen von Mensch und Natur spitzt zudem auch die sozialen Gegensätze weiter zu. Schließlich ist der Klimawandel zuvorderst der Politik der kapitalistischen Industrienationen zuzuschreiben, am härtesten getroffen werden hingegen diejenigen, die ihn am wenigsten verursachen. Zwar wächst der Druck auf die Regierenden, entscheidende Weichen zu stellen, doch stimmt die Richtung überhaupt? Unter dem Motto „Für ein ganz anderes Klima“ lädt die Widerstandsgruppe Worms-Wonnegau für den 9. August 2008 zur Diskussion über Zusammenhänge von Klimawandel und Kapitalismus ein und wirbt damit auch für die Beteiligung am diesjährigen „Klimacamp“ vom 15.-24. August 2008 in Hamburg, zu dem ein breites Bündnis in Folge des G8-Gegengipfels in Heiligendamm mobilisiert. (mehr…)